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Ayça Miraç * Foto: Maximilian W .Schulz

SHORTstory


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Aktuelles Album:


Lazjazz
(Jazzhaus Records/In-akustik, 2018)



Cover The Long March



Ayça Miraç

Die Magie des Schwarzen Meeres

Die Gelsenkirchener Sängerin Ayça Miraç kombiniert ihr lasisches und türkisches Erbe mit Jazz. Nun ist sie mit ihrem Albumdebüt am Start.

Text: Stefan Franzen

Viele von uns kennen die Geschichte vom Goldenen Vlies. Schauplatz der antiken Sage war Kolchis, ein Gebiet in Westgeorgien und der heutigen Nordosttürkei. Dort siedeln heute noch die Nachfahren der Kolcher, die Lasen und ihre nördlichen Verwandten, die Megrelen. Schon in frühen Quellen ist überliefert, die Lasen seien ein singendes und tanzendes Volk, was sich bis heute in ihren Volksliedern und dem Kreistanz Horon widerspiegelt. Jetzt tritt die lasische Musikkultur im Jazz in Erscheinung – und verantwortlich dafür ist eine junge Sängerin namens Ayça Miraç.
„Ich bin Deutschland geboren und aufgewachsen. Meinen Eltern war es vor allem sehr wichtig, dass ich gut Deutsch lerne“, erzählt Miraç. „Durch meine Mutter habe ich aber schon immer viel lasische Musik gehört. Es hat dann eine ganze Zeit gedauert, bis ich das in meine eigene Musik einfließen lassen konnte, was schon immer mein Herzenswunsch war.“ Lasisch gehört zu den kaukasischen Sprachen, und die Kultur der Minderheit wurde bis heute mündlich weitergegeben. Vieles ist durch Jahrhunderte andauernde Unterdrückung verloren gegangen, doch die traditionell oft mehrstimmigen Melodien haben als Träger des Erbes überlebt, das immer in wechselseitigem Einfluss mit dem griechischen, persischen und türkischen Kulturraum in Kontakt stand.
Ayça Miraç kann allerdings noch auf andere musikalische Nährstoffe zurückgreifen. Während die Mutter sich für die Erhaltung der bedrohten Sprache und Kultur der Lasen einsetzt, widmet sich ihr Vater der türkischen Wortkunst. Er ist der Poet Yaşar Miraç, seine Gedichte werden gerne von befreundeten türkischen Musikern vertont. Die sommerlichen Aufenthalte am Bosporus werden prägend für Ayça, genau wie die Pianosessions mit dem Vater. „Als ich klein war hat er immer auf unserem Klavier improvisiert und meinem Bruder und mir sehr frei Geschichten erzählt. Für mich war das spontane Entwickeln von Rhythmen und Klängen schon immer etwas ganz Natürliches.“

... mehr im Heft.