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Sretenije, im Programm des Festival Musica Sacra 2018

Heimspiel


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Das Begegnungsfest

Musica Sacra

Globale Musik und interreligiöser Dialog

Seit 1992 gibt es das Festival Musica Sacra International im Allgäu. Das Anliegen der Organisatoren: Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturkreise sollen sich über die Musik (besser) kennen- und verstehen lernen. Vom 18. bis 23. Mai 2018 findet das Festival zum vierzehnten Mal statt.

Text: Bernd G. Schmitz

Wer das im Zweijahresrhythmus veranstaltete Festival Musica Sacra in einer von Deutschlands schönsten Regionen besucht, darf sich auf hochkarätige Musik in prachtvollen Schlössern, Klöstern und Barockkirchen freuen. Gelegentlich gehören auch Synagogen und Moscheen zu den Veranstaltungsorten, manchmal eine dörfliche Mehrzweckhalle.
So unterschiedlich wie die Konzertsäle sind die auftretenden Akteure. Wie bei sakraler Musik nicht anders zu erwarten, überwiegt die Zahl klassischer Chöre gegenüber anderen Formationen. Dennoch gehören seit Beginn des Festivals auch Auftritte von Instrumentalgruppen oder von Musikern begleiteter Gesangssolisten zum Programm. Diese Künstler kommen häufig aus dem arabischen Raum und aus Asien. 1994 trat zum Beispiel das französisch-syrische Ensemble Al-Kindî auf, 1998 die Musikgruppe des türkischen Nayspielers Kudsi Erguner und 2000 die Sabri Brothers mit pakistanischer Qawwalimusik.

Sakrale Musik aus unterschiedlichen Kulturkreisen

Musica Sacra International will die Musik der fünf großen Weltreligionen in den Fokus des Publikums rücken. Das Beispiel der einen sufistischen Gesangsstil pflegenden Sabri Brothers macht aber auch deutlich, dass beim Festival nicht nur Raum für den Mainstream der sakralen Musik ist, sondern auch für musikalische Ausdrucksformen abweichender Glaubensrichtungen und anderer Kulturen.
Die in Köln lebende iranische Sängerin und Musikerin Maryam Akhondy hat im Lauf der Jahre gleich drei Beiträge dieser Art zur Musica-Sacra-Historie beigetragen: islamisch-sufistische Klänge mit ihrem Ensemble Barbad, ein mit Gastmusikern aus dem Iran erarbeitetes Konzert zur zoroastrischen Musik aus vorislamischer Zeit und ein Programm über die Zār-Rituale der Südiraner arabisch-afrikanischer Herkunft, auf der Bühne gesungen und dargestellt von Akhondys exiliranischer Frauenvokalgruppe Banu.
Maryam Akhondy ist dem langjährigen künstlerischen Leiter Dolf Rabus, der 2013 verstarb, und dessen Nachfolgern Verena Grüter, Jürgen Budday und Thomas Rabbow dankbar, dass sie ihre musikalischen Vorstellungen im Rahmen des Festivals verwirklichen durfte. Als Besonderheit hebt sie dabei die Unvoreingenommenheit hervor, „mit der sich die Sänger und Sängerinnen, Musiker und Musikerinnen begegnen – egal, ob sie nun aus Asien, Afrika, Amerika oder Europa kommen“.

Nachwirkende Begegnungen in der Bayerischen Musikakademie

Zum Gelingen dieser Zusammenkünfte trägt wesentlich bei, dass ein Großteil der Akteure während des Festivals in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf untergebracht ist. Sie schlafen, essen und proben dort nicht nur unter einem Dach, sondern treffen sich spätnachts, nach der Rückkehr von den Konzerten, im Foyer noch zum gemeinsamen Feiern und zu spontanen musikalischen Sessions. Bekanntschaften, die dabei entstehen, wirken häufig nach, so wie die zwischen Maryam Akhondy und den Tenores di Bitti Mialinu Pira aus Sardinien. Ein Jahr nach dem Kennenlernen im Allgäu folgte deren Einladung zu einem von den Sängern in ihrer Heimat selbst organisierten Festival. Auch mit dabei waren Sängerinnen eines ebenfalls in Marktoberdorf aufgetretenen bulgarischen Frauenchors.

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